Großbrand in Stockstadt am Main

Großbrand in Stockstadt am Main

1. April 2018 Aus Von Alexander Keutz

Kurz nach 16 Uhr war die Mitteilung über den Brand bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken eingegangen. Als die erste Streifenbesatzung am Einsatzort in der Dr.-Patt-Straße eintraf, brannte eine Firmenhalle bereits lichterloh.

Eine große Rauchwolke war weit über Stockstadt hinaus zu sehen.Die Polizei forderte die Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zudem wurde der Flugverkehr am Flugplatz Aschaffenburg-Großostheim gesperrt. Gegen 19.30 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle und die  Rauchentwicklung hatte stark nachgelassen. Somit konnte Entwarnung für die Bevölkerung gegeben werden. Nach aktuellem Stand wurden keine gefährlichen Stoffe in der Halle gelagert, für die Bevölkerung besteht somit keine Gefahr. Auch der Flugverkehr konnte mittlerweile wieder frei gegeben werden.

Probleme bereiteten auch Oberleitungen, die durch die Hitze in das Gebäude stürzten. Es kam in einigen Gemeinden zu längeren Stromausfällen. Betroffen waren vor allem Haushalte in Alzenau, Kahl am Main und Karlstein. Laut Kreisbrandinspektion könnte es in einigen Gemeinden noch bis Montagmorgen dauern, bis der Strom wieder fließt. Insgesamt sollen bis zu 15.000 Haushalte betroffen gewesen sein.

Ein Feuerwehrmann hat sich im Zuge der Löscharbeiten leichte Verletzungen zugezogen. Er wurde durch den Rettungsdienst vorsorglich zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Rund 450 Einsatzkräfte waren laut Andreas Emge, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg, vor Ort. Einige davon werden auch über Nacht weiter im Einsatz sein. Darunter Feuerwehrleute aus Stadt und Kreis Aschaffenburg, dem Kreis Miltenberg sowie aus angrenzenden hessischen Gemeinden. Die Nachlöscharbeiten ziehen sich wohl noch bis in den Ostermontag hinein.

Die Ursache für das Feuer in der etwa 12.000 Quadratmeter großen Halle ist bislang noch unklar, rund 3.000 Quadratmeter waren von dem Brand getroffen. Ein Brandexperte der Kripo Aschaffenburg hat die ersten Ermittlungen vor Ort bereits aufgenommen. Erst nach Abschluss der Löscharbeiten wird eine Brandortbegutachtung möglich sein. Die Höhe des Sachschadens ist zur Stunde noch nicht bezifferbar, der Schaden könnte aber in die Millionen gehen.

Besonders in Erinnerung bleiben wird dieser Tag auch den Gästen einer türkischen Hochzeit, die direkt neben dem Brandort stattfinden sollte. Über tausend Gäste mussten wegen des Feuers ihre Feierlocation verlassen und nach einem neuen Ort für ihre Party suchen. Den haben sie dann dank Hilfe des Bürgermeisters auch gefunden: Die Feier wurde in die Frankenhalle verlegt.

 

Quelle: Main-Echo