Kesselwagen im Bahnhof Maiz-Bischofsheim umgekippt

Ein umgestürzter mit Säure beladener Waggon sorgt seit den frühen Morgenstunden des Freitags für erhebliche Behinderungen im Schienenverkehr. Sowohl die S-Bahn-Linien 8 und 9 wie auch die Regionalbahnstrecke Richtung Darmstadt sind seit etwa 6 Uhr gesperrt. Rund 100 Einsatzkräfte sind rund um den Bischofsheimer Güterbahnhof im Einsatz. Wie lange die aufwändigen Sicherungs- und Aufräumarbeiten noch dauern und die Strecken wieder freigegeben werden können, ist bislang noch unklar.

Bei einer normalen Rangierfahrt kam ein mit Salpetersäure beladener Kesselwagen gegen 5.40 Uhr ins Kippen und fiel auf die Seite. Die Hülle hielt dem Sturz stand, von der Säure, schätzungsweise befanden sich über 20 Tonnen der ätzenden Flüssigkeit an Bord, trat nach Auskunft der Bahn nichts aus. Wie es zu dem Umkippen kommen konnte, darüber war vonseiten der Bahn wie auch der Rettungskräfte keine Auskunft zu erhalten. Dies sei Gegenstand von Ermittlungen. Der Rangierer, so berichtete ein Sprecher der Bundespolizei, habe bei dem Vorfall einen Schock erlitten und werde im Krankenhaus behandelt. Im Einsatz waren am Freitag etliche Sicherungs- und Rettungskräfte, darunter die Feuerwehren aus Bischofsheim und Ginsheim, sowie das Rote Kreuz und Beamte von Orts- und Bundespolizei. Zur Einsatzstelle hinzugerufen wurden auch Kräfte der Werkfeuerwehr Infraserv Höchst, die auf den Umgang mit Gefahrgut spezialisiert sind und entsprechende Ausrüstung zur Verfügung haben.

Weil ein Leck anfangs nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde schon bald nach der Alarmierung von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst der Schienenverkehr komplett gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde entlang der vielgenutzten S-Bahn-Strecken eingerichtet.

Die Aufräumarbeiten gestalteten sich langwierig. Zum einen lag die Unfallstelle inmitten der breiten Gleisanlage und war laut Augenzeigenberichten zunächst schwer zugänglich, weil auf Nachbargleisen links und rechts noch weitere Güterzüge standen. Diese mussten erst vorsichtig wegrangiert werden, bevor ein leerer Kesselwagen zur Unfallstelle gebracht werden konnte. In diesen soll dann der Inhalt des gekippten Waggons umgepumpt werden. Um nicht doch noch ein Auslaufen der Säure zu riskieren, kann erst dann ein Spezialkran der Bahn, der aus einem Depot in Fulda gerufen wurde, den Unfallwaggon wieder aufrichten.

Bis zur Freigabe des Zugverkehrs gelten sowohl im Fern- wie im Nahverkehr etliche Sonderregelungen: Nach Auskunft des Rhein-Main-Verkehrsverbunds verkehren die S9 und die S1, auf der nordmainischen Seite und fahren damit nicht über den Flughafen. Die S8 verkehrt zwischen Mainz und Mainz-Gustavsburg und wendet dort. Aus Hanau kommend endet die S8 am Bahnhof Rüsselsheim-Opelwerk und wendet dort. Die Züge der Linie 75 verkehren nur zwischen Aschaffenburg Hauptbahnhof und Nauheim. Die Züge der Linien 2 und 3 fahren von Saarbrücken beziehungsweise Koblenz kommend nur bis Mainz-Hauptbahnhof“ und wenden dort. Ersatzweise verkehren Busse zwischen Nauheim und Gustavsburg mit Halt in Bischofsheim. Der Bahnhof Rüsselsheim-Opelwerk kann von den Bussen nicht bedient werden. Fahrgäste nach Gustavsburg können in der Böcklersiedlung in Bischofsheim zusteigen.

Wie die Bahn mitteilte, werden die ICE Züge der Verbindung Hamburg – Dortmund – München und Hamburg – Dortmund – Wien über Frankfurt Höchst umgeleitet, dadurch verlängert sich die Fahrzeit um etwa 15 bis 20 Minuten. Die ICE Züge der Verbindung Dresden – Frankfurt – Wiesbaden enden bereits in Frankfurt Flughafen Fernbahnhof.

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