Unwetter tobt über Südhessen

Unwetter tobt über Südhessen

3. Januar 2018 Aus Von Alexander Keutz

Darmstadt:

 

Am Mittwoch, den 03. Januar 2018, zog morgens ein Sturm über die Wissenschaftsstadt Darmstadt und löste insgesamt 14 Einsätze für die Feuerwehr aus.

Wegen der Wetterprognose hatte die Feuerwehr bereits vorher mehrere Erkundungsteams gebildet, die in der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr die gemeldeten Einsatzstellen überprüften. An vier Einsatzstellen musste die Feuerwehr nicht mehr tätig werden.

Einsatzschwerpunkte waren drei wichtige Straßen, auf denen im morgendlichen Berufsverkehr umgestürzte Bäume den Verkehr blockierten (Eschollbrücker Straße, Karlsruher Straße und die B449 in der Böllenfalltorkurve).

In der Hügelstraße, dem Donnersbergring und der Eschollbrückerstraße beseitigte die Feuerwehr Straßenüberflutungen.

 

Während des Unwetters löste auch eine automatische Brandmeldeanlage in der Erbacherstraße im Luise-Karte-Haus aus. Vermutlich war wegen des starken Regens Wasser in einen Teilbereich der Anlage eingedrungen. Es bestand keine Gefahr.

 

Bei den unwetterbedingten Ereignissen kamen in Darmstadt keine Personen zu Schaden. Über die Höhe der Sachschäden lässt sich keine Aussage machen.

 

Die Berufsfeuerwehr wurde durch 29 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Eberstadt und Innenstadt unterstützt.

 

Erstmalig kam in Darmstadt die WarnApp BIWAPP zum Einsatz, um die Anwender in der Darmstädter Stadtgesellschaft über die Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet aufgrund der umgestürzten Bäume zu informieren.

Text: Berufsfeuerwehr Darmstadt, www.feuerwehr-darmstadt.de

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Odenwaldkreis:

Am frühen Mittwochmorgen zog das Sturmtief “Burglind” auch über den Odenwaldkreis.

Für das THW entstanden dadurch zwei Einsätze, einmal eine Hilfeleistung für die Feuerwehr Michelstadt (Sandsackanforderung wegen Bachüberlauf) sowie ein drohender Scheuneneinsturz, der durch die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr verhindert werden konnte.

An den Einsätzen des THW Michelstadt waren 19 Einsatzkräfte beteiligt. Beim Scheuneneinsatz waren zusätzlich die THW Ortsverbände aus Groß-Umstadt mit zwei Helfern (Baufachberatern) sowie Groß-Gerau mit dem Kettenbagger (vier Helfer) beteiligt, sodass insgesamt hier 25 Einsatzkräfte im Einsatz waren.

Der Einsatz in Rothenberg dauerte knapp zehn Stunden. Auch die Feuerwehr Rothenberg war während des kompletten Einsatzes mit vor Ort.

Text: Marcel Edelmann – Technisches Hilfswerk Michelstadt


Scheuneneinsturz nach Windhose

Mit dem Alarmstichwort „drohender Scheuneneinsturz“ sind um 09:42 Uhr die THW Kräfte aus Michelstadt durch die örtliche Feuerwehr in die Stadt Oberzent-Rothenberg alarmiert worden. Durch das Sturmtief “Burglind” ist eine Scheune teilweise zerstört worden und war anschließend akut einsturzgefährdet. Die vordere Giebelwand ragte bis zu 50 cm auf die vorbeiführende Straße hinaus.

Mit dem MTW-Zugtrupp, dem Gerätekraftwagen I sowie dem Einsatzgerüstsystem ging es um kurz nach 10:00 Uhr los. Der Zugführer des Michelstädter THW alarmierte einen Baufachberater des THW an die Einsatzstelle. Nachdem dieser an der Einsatzstelle ankam und sich ein Bild von der Lage gemacht hat, haben sich unser Zugführer sowie der örtliche Wehrführer dazu entschieden einen Bagger des THW nach zu alarmieren. Dieser hatte die Aufgabe die Giebelwand der angeschlagenen Scheune zu öffnen. Hierzu ist der Kettenbagger des THW Groß-Gerau alarmiert worden.

Durch den Kettenbagger wurde zunächst die vordere Giebelwand an seine Ursprungsposition zurückgedrückt. Anschließend ist die Fassade der Scheune durch den Bagger geöffnet worden, sodass neue Windböen keine Gefahr mehr darstellten.

Mit der Hilfe eines örtlichen Zimmermanns entschied man sich, die Giebelwand auszusteifen. So sind durch die Einsatzkräfte des Michelstädter THW zunächst die Dachziegel entfernt worden, sodass keine Gefahr mehr für weitere Arbeiten von der Scheune ausging. Anschließend hat man mit Holzbalken eine Verstärkung der vorderen Giebelwand ausgesteift, sodass kein vollständiger Abriss der Scheune notwendig war. Dies erfolgte in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Zimmermann.

Vielen Dank an den Besitzer der Scheune, der all unsere Einsatzkräfte über den Tag verpflegte. Einsatzende war, nachdem die Einsatzbereitschaft im Ortsverband wieder hergestellt war, um 20:30 Uhr. Im Einsatz in Rothenberg waren 16 THW-Einsatzkräfte beteiligt.

Für die gute Zusammenarbeit bedanken wir uns auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberzent-Rothenberg, sowie bei den beteiligten THW-Ortsverbänden.

Unwettereinsatz in Michelstadt

Parallel zur Erstalarmierung des THW Michelstadt in die Stadt Oberzent erhielten wir einen weiteren Einsatzauftrag. Die Freiwillige Feuerwehr Michelstadt hat Sandsäcke angefordert, da in Stockheim die Erdbach über die Ufer trat und dort drohte in ein Keller einzudringen.

Vier Einsatzkräfte haben zusammen mit der Feuerwehr Michelstadt Sandsäcke an der Einsatzstelle verbaut.

In der Unterkunft waren zu diesem Zeitpunkt noch fünf weitere Einsatzkräfte verfügbar, sodass insgesamt heute 19 Einsatzkräfte des Michelstädter THW im Einsatz waren.

Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: Alexander Keutz/Einsatzreport Südhessen
Foto: THW Michelstadt

In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Zimmermann und der Feuerwehr wurde die Giebelwand verstärkt. Foto: THW Michelstadt/Christopher Gasser

Ansicht nach der Arbeit des Kettenbaggers: Foto: THW Michelstadt/Christopher Gasser

In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Zimmermann und der Feuerwehr wurde die Giebelwand verstärkt. Foto: THW Michelstadt/Christopher Gasser

Mit dem Kettenbagger aus Groß-Gerau ist die Fassade geöffnet worden. Foto: THW Michelstadt/Marcel Edelmann

Durch eine starke Windböe ist die Rückseite der Scheune eingerissen. Foto: THW Michelstadt/Marcel Edelmann

Foto: THW Michelstadt
Foto: THW Michelstadt

Für die weiteren Arbeiten musste im Scheuneninneren Platz gemacht werden. Foto: THW Michelstadt/Christopher Gasser

Für die weiteren Arbeiten musste im Scheuneninneren Platz gemacht werden. Foto: THW Michelstadt/Christopher Gasser

Durch das Loch in der Rückwand ist die vordere Giebelwand nach außen gedrückt worden. Foto: THW Michelstadt/Christopher Gasser

Foto: Berufsfeuerwehr Darmstadt
Foto: Berufsfeuerwehr Darmstadt
Foto: Berufsfeuerwehr Darmstadt
Foto: Berufsfeuerwehr Darmstadt